Diverses


Jagd auf Monster

Der gesenkte Kopf ist ein Erkennungszeichen. Das vor die Nase gehaltene Smartphone ein zweites. Und wie ferngesteuert bewegen sich jung und alt umher, um in der realen Welt Monster zu fangen, die auf dem Bildschirm des Mobiltelefons erscheinen. "Sag' doch gleich, dass es um Pokémon Go geht", mögen ungeduldige Leser nun denken. Ja, es geht um das Handyspiel, das sich in Windeseile verbreitete und nahezu alle Altersklassen in Bann zieht. Der Ratgeber "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht" empfiehlt Eltern, sich mit Pokémon Go zu beschäftigen und Kinder auf Risiken hinzuweisen.

Seit Mitte Juli schon füllen nicht immer nur lustige Vorkommnisse mit Pokémon Go die Nachrichten. Der Datenklau ist dabei ein Thema, Unfälle auf den Straßen ein weiteres. Pokémon Go gleicht einer digitalen Schnitzeljagd: Die reale Welt wird zur Spielfläche, die Spiel-Gestalten tauchen überall auf, an markanten Stellen oder Sehenswürdigkeiten, sogenannten Pokéstopps, lassen sich wichtige Items für das Spiel sammeln.

Über GPS erfasst das Spiel die Bewegung und die Umgebung des Spielers und blendet virtuelle Gegenstände auf den Handy-Bildschirm ein. Augmented Reality nennt sich das Prinzip, das Risiken birgt. "Wer sich wie ein 'Smombie' auf sein Display starrend fortbewegt, um seltene Pokémon zu fangen, gefährdet sich im Straßenverkehr, kann sich verlaufen und in dunkle Ecken gelockt werden", sagt SCHAU HIN-Mediencoach Kristin Langer und empfiehlt: "Wichtig ist, immer auch seine Umgebung im Blick zu haben."

Doch vor der ersten Pokémon-Jagd sollten Eltern schon bei der Installation des Spiels zugange sein. "Es ist wichtig, dass Eltern Installation und Anmeldung selbst vornehmen und sich vorher über Datenschutzbestimmungen und Altersempfehlungen informieren", empfiehlt SCHAU HIN. Im Play Store ist Pokémon Go von 6 Jahren an, bei Apple im App-Store mit 9+ eingestuft. Der Spieleratgeber NRW empfiehlt es jedoch erst von 12 Jahren an, da von den Kindern gefordert wird, Kaufanreizen Stand zu halten, die eigene Spielzeit zu begrenzen, sich in Kontakt mit Fremden zu begeben, persönliche Daten freizugeben und sicher im Straßenverkehr zu agieren.

Zur Kostenfalle können In-App-Käufe werden, schließlich bietet das Spiel die Möglichkeit, virtuelle Poké-Münzen für echtes Geld zu erwerben, um damit Items zu erstehen. Diese Münzen können auch kostenfrei erspielt werden, doch mit der Kauf-Variante geht es schneller. Schau Hin empfiehlt Eltern, diese Käufe je nach Betriebssystem zu deaktivieren oder sie per Passwort zu schützen.

Der Ratgeber empfiehlt zudem, mit Kindern feste Zeiten für die Smartphone-Nutzung zu vereinbaren. Außerdem sollten Kinder nicht jedem Pokémon gedankenlos folgen - und schon gar nicht an abgelegene Poké-Stopps. "Dorthin sollten Kinder keinesfalls allein oder bei Dunkelheit gehen. Kriminelle könnten an solchen Orten den Spielern auflauern, um ihnen ihr Handy abzunehmen oder Schlimmeres", warnt Kristin Langer.

Trotz aller Warnungen: Pokémon Go macht auch dem Autoren dieser Zeilen Spaß und bietet Chancen für familiäre Gemeinsamkeiten. Statt die Kinder maulend zum Spaziergang zu nötigen, darf es künftig eine gemeinsame Monsterjagd sein, bei der mit guter Laune einige Kilometer zurückgelegt werden.

Klaus Kühlewind

www.schau-hin.info
www.spieleratgeber-nrw.de


Vorlesebibliothek in Frankfurt

Lesen verbindet!

Können Sie sich noch an ein Buch aus Kindertagen erinnern? Wenn Sie das Glück hatten, dass Ihnen vorgelesen wurde, erinnern Sie sich vielleicht an einzelne Geschichten oder Bilder oder auch an den gemütlichen Moment, wenn Vorgelesen wurde.Bei mir sind es „Wir Kinder aus Bullerbü“ oder „Der kleine Wassermann“, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Und auch, wenn ich mich nicht im Detail an die einzelnen Geschichten erinnere, weiß ich, dass ich als Kind während des Vorlesens in die Geschichte gezogen wurde und etwa mit den Kindern zwischen Nord- und Südhof umhergestreift bin oder mit dem kleinen Wassermann durch den Teich getaucht bin.Genau um diesen Zauber des Vorlesens geht es bei einem bemerkenswerten Gemeinschaftsprojekt von zwei Einrichtungen in Sachsenhausen. Eltern und Erzieherinnen der Krabbelstube Benjamin setzten sich im vergangenen Jahr zusammen mit dem Wunsch, gezielt Bücher für die unter Dreijährigen anzuschaffen. Als das Projekt weitergedacht wurde, war es ganz klar, dass auch der Kindergarten St. Aposteln aus der Nachbarschaft mit ins Boot geholt wurde. Viele der Eltern haben Kinder in beiden Einrichtungen – die kleineren in der Krabbelstube und die größeren im Kindergarten. Dass es sich dabei um zwei Einrichtungen mit unterschiedlicher Trägerschaft – Diakonisches Werk und katholische Gemeinde St. Bonifatius – handelt, sollte dem Enthusiasmus der Eltern nicht im Wege stehen.Das Vorlesen wichtig ist und Spaß macht, wissen die Eltern, die ihre Kinder in der Betreuung der beiden Einrichtungen haben, längst. „Wir wollten den Eltern und Kindern Anregungen für gute Bücher für das jeweilige Alter anbieten“, sagt Stefanie Frieling, Mutter und eine der Initiatorinnen des Projekts. Wer kennt das nicht – die Qual der Wahl, wenn man im Buchladen oder der Bibliothek steht und sich von der schieren Auswahl der Titel überwältigt fühlt. Welches könnte dem Kind gefallen? Ist es dafür nicht ein bisschen zu alt? Ist das nicht zu kompliziert?Während einer Informationsveranstaltung für beide Einrichtungen zum Thema „Lesen im Vorschulalter“ im April im Kindergarten St. Aposteln hatten die Eltern die Möglichkeit sich umfassend über Fragen rund ums Vorlesen und Buchauswahl zu informieren. Sandra Zimmermann von der Buchhandlung „Buchplatz“ stellte in einem kurzen Vortrag dar, welche Entwicklungsstufen Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren durchlaufen. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Katharina Hepp stellte sie passende Bücher vor. Besonders gefreut haben sich Eltern und Kinder des Kindergartens St. Aposteln über das Bücherpaket, dass im Rahmen der Veranstaltung an den Kindergarten übergeben wurde. Hier wurden gezielt Bücher für das Kindergartenalter ausgewählt, um viel Spaß beim Vorlesen und selbst anschauen zu gewährleisten. Die Bücher für die unter Dreijährigen wurde von Stefanie Frieling mit Unterstützung der Buchhandlung ausgewählt. Diese Bücher werden über Buchpaten finanziert und gespendet.„Ein guter Start beim Vorlesen ist wichtig“, wie Frau Zimmermann von der Buchhandlung „Buchplatz“, während der Veranstaltung betont. Hier werde der Grundstein für das Interesse an Büchern gelegt. Der regelmäßige Zugang zu Büchern fördert die Sprachentwicklung und stillt den Wissensdurst der Kinder. Das Vorlesen ermöglicht Ihnen ganz bei sich selbst inmitten einer Gemeinschaft zu sein.Vom Wert des Vorlesens mussten die Eltern der Kinder im Kindergarten St. Aposteln und der Krabbelstube Benjamin im Ziegelhüttenweg nicht erst überzeugt werden. Das Vorlesen hat neben dem Sofa zu Hause auch einen festen Platz im Kindergarten und der Krabbelstube. (Text Judith Striek)

Ansprechpartnerinnen:  Stefanie Frieling & Britta Striemer


15 Jahre asiatische Kampfkunst

„Ich bin aus allen Wolken gefallen, ich habe das nicht glauben wollen, wie die Zeit vergeht“, sagt Michael Mehle. Wobei es schwer vorstellbar scheint, dass er die innere wie äußere Balance verlieren könnte. Der Mann ist Kampfkunstlehrer. Mehle lehrt die ostasiatische Kunst Wing Chun und Qi Gong. Er ist ein Meister. Weltweit hat der Großmeister Gary Lam, der Wing Chun revolutioniert hat, nur 16 Personen diesen Titel verliehen. Wing Chun ist eine Kunst, die neben der Technik der Selbstverteidigung im besonderen Maße auch ein philosophisches System ist. Eine ganzheitliche Sicht. Mediation, innere Ruhe als Kraftzentrum, Selbstdisziplin. Selbsterziehung statt gewinnen wie beim Kampfsport. „Es geht darum, sich selbst zu besiegen“, sagt Mehle.


Mehle bietet Kurse für Kinder ab 8 Jahren, gemischt Kurse für Erwachsene, spezielle Workshops für Frauen, Events für Firmen sowie Privatunterricht an.Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite: www.tempel.co


Köln/Silvester: die falsche Debatte. von Michel Birbaek

Was zum Teufel war Silvester am Kölner Bahnhof los??!

Gute Frage. 

Falsche Antwort. 

Denn die momentane Entrüstung bezieht sich überwiegend auf Herkunft und Zeitpunkt der „Silvesternacht-Täter“, dabei ist das hauptsächliche Tätermerkmal: das Geschlecht.

Laut Polizeiberichten, Zeugenaussagen und Fotos waren es vermutlich zu 100% männliche Täter. Dennoch wirft die momentane Täter-Debatte wenig Licht auf eines der Hauptprobleme der Menschheit: Ob Terroristen, Mörder oder Vergewaltiger – die Täter sind fast immer männlich. 

Es scheint, dass wir uns mit diesem Fakt irgendwie arrangiert haben, zumindest wird das Thema kaum diskutiert, dabei wäre eine Gewalt-Debatte überfällig, denn die butterweichen Justiz-Urteile bei Körperverletzung und Vergewaltigung lassen einen fassungslos zurück, vor allem auch in Köln. Oder wie Rüdiger Thust, Sprecher der Kripo-Gewerkschaft BdK, es formulierte: „Köln stand in der Vergangenheit nicht im Verdacht, mit atemberaubend hohen Strafen abschreckend auf Straftäter gewirkt zu haben.“. (…)

Das Strafgesetzbuch wurde von Männern geschrieben. Es wäre sicherlich interessant Frauen zu fragen, wie sie das StGB gestalten würden. Ob Vergewaltiger dann immer noch so leicht davon kommen würden?

Aber wir reden wieder zu viel über Täter. Was ist mit den Opfern? 

Laut einer Erhebung der FRA (The European Union Agency for Fundamental Rights) (…) von 2014, ergab eine Befragung von 42.000 Frauen aus den EU-Mitgliedstaaten folgende Zahlen:

•   43 % der Frauen waren durch den aktuellen oder einen früheren Partner psychischer Gewalt ausgesetzt. 

•   33 % der Frauen haben sexuelle Gewalt erfahren. 

•   22 % der Frauen haben sexuelle Gewalt innerhalb der Partnerschaft erfahren.

•   67 % meldeten die schwerwiegendsten Gewaltvorfälle innerhalb einer Partnerschaft nicht der Polizei oder einer anderen Organisation.

Das sind offizielle Zahlen. Die Dunkelziffer bricht einem das Herz. 

Bevor jetzt das Islam-Thema hochkocht und die eigentliche Grundproblematik überlagert: Diese Befragung fand in Europa statt, und in Europa leben überwiegend Christen. Es braucht also nicht bestimmte Religionen, um zu merken, dass zu viele Männer Frauen weder respektieren, noch achten, noch schützen. 

Die meisten Anzeigen wegen Vergewaltigung gibt es in meiner Heimat Dänemark. Allerdings nicht, weil dort mehr Frauen vergewaltigt werden, sondern weil die Gesellschaft Rahmenbedingungen geschaffen hat, in denen mehr Frauen sich trauen, die Straftaten zur Anzeige zu bringen. Das ist ein Anfang. 

Was die dänische Gesellschaft leider nicht geschafft hat, ist es, die Männer davon abzubringen, weiterhin zu vergewaltigen. Das ist furchtbar. (…)

WAS TUN?

In den Achtzigern war die deutsche Frauenbewegung einflussreich. Auch wenn ich Alice Schwarzer damals nie als besonders sympathisch und ihre Thesen oft als nicht zu Ende gedacht empfand, waren viele Debatten, die sie damals mit ihren Provokationen in der Gesellschaft los stieß, wertvoll und überfällig. (…) Alleine für §218 hat sich vieles gelohnt, aber schon damals ließ die Bewegung auch wichtige Themen liegen, wie z.B., Religionen aus Frauensicht zu diskutieren (…). In meinen Augen diskriminiert jede der „großen“ Religionen Frauen und die meisten Religionen werden von Männern gesteuert. Das, und vieles andere, müssen wir irgendwann mal diskutieren - aber mit wem? Was ist aus unserer Frauenbewegung geworden? Wo ist sie hin? 

Männer sind an der Macht und Menschen, die Macht haben, sind an Veränderungen selten sonderlich interessiert. Was machen aber die ohn-mächtigen Frauen, weltweit 54% der Gesamtbevölkerung? Wo ist der Protest? Traut euch - seid laut! Viele Männer würden euch unterstützen, aber zuerst braucht es ein wildes, lautes, krachendes STOP!-Zeichen von euch, und anders als die „alte“ Frauenbewegung dann bitte nicht gegen Männer, sondern gegen Gewalt & Diskriminierung. Das würde es den guten Jungs ermöglichen, an eurer Seite zu stehen.

Die Kölner Silvesternacht war ein Skandal. Aber wer am Wochenende auf den Kölner Ringen unterwegs ist, weiß, dass das nur eine Potenzierung von etwas war, das sich längst im Alltag manifestiert hat. (…) Es ist höchste Zeit, etwas dagegen zu tun, denn wer jetzt noch wegschaut, nimmt nicht nur die nächste Vergewaltigung in Kauf, sondern jeden einzelnen Tag, an dem unsere Mütter, Frauen, Schwestern, Freundinnen und Töchter sexuell belästigt, genötigt, bedroht, überfallen und vergewaltigt werden. 
Letzteres geschieht in Deutschland fast stündlich...

Solidarisieren wir uns gegen Gewalt, bzw., für einen friedlichen, schöneren Umgang zwischen uns allen. 

Danke schön.

(von Michel Birbaek, Foto von Andreas Biesenbach)





Kostenloser Musikunterricht

Casa Star – so nennt sich das Projekt der Offenbacher Pfarrei St. Peter (Berliner Straße, mit dem Kinder kostenlose musikalische Früherziehung oder kostenlosen Schlagzeugunterricht erhalten können. Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sind jeden Donnerstag von 16 bis 16:45 Uhr (außer in den Ferien und an Feiertagen) eingeladen, sich an Orffinstrumenten auszuprobieren und das mit Unterstützung der Musikpädagogin Olga Welchert. Der Jazzmusiker Ulli Schiffelholz führt Sechs- bis Zwölfjährige donnerstags von 16 bis 18 Uhr an das Schlagzeug heran.

Beide Musiker werden von Jugendlichen der Pfarrei bei der Vorbereitung und Durchführung des kostenlosen Musikunterrichts unterstützt. Die Koordination hat Philipp Türmer übernommen. „Gerade bei der musikalischen Früherziehung sind noch einige Plätze frei. Außerdem möchten wir gerne noch Bewegungs- und Musikspiele für die Kleinen anbieten.“ Fragen und Anmeldungen: 0151 46324479 oder per Email.tuermer.philipp(at)gmail.com

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